Rosalinglas auf Rosa

Eine Bilderserie, die sich mit den Nuancen beschäftigt.
Wie oft in verschiedenen Moodmaps, untersuche ich fotografisch eine Gruppe von Gegenständen, die miteinander verwandt sind und dadurch einen besonderen Charakter der Aufnahmen diktieren. Diesmal: Rosalinglas auf Rosa.

Detailaufnahme Rosalinglas Gegenstände Sternschliff

(Scroll down down down for the English summary)

Das Prinzip der Ähnlichkeit, ein Merkmal entscheidet und schon findet eine wilde klimpernde Suche statt, durch Schränke und Schubladen, auch an unerwarteten Orten wie Badezimmer findet sich etwas aus dem Rosalinglas. Sobald alles zusammen gekarrt und zu einer intuitiven Komposition gelegt wird, versuche ich die Aufnahmen zu machen, die mehr als die Einzelstücke den Charakter des Ganzen betonen. Als würden die einzelnen Elemente der Komposition zu einem Rosalinglas-Wesen verschmelzen.
Utensilien aus Rosalinglas als Komposition auf Rosa
Lichtreflexe auf Rosalinglas im starken Licht und Schatten
Diese faszinierende Farbe, mit ihrem ganzen Spektrum an Assoziationen, schimmert wie ein guter Roséwein im Abendlicht oder wie transparente Götterspeise mit fruchtigem Geschmack. Die Götterspeise kann aber voller Stoffe sein, die wir nicht unbedingt essen möchten und auch das Rosalinglas polarisiert, wird oft für bürgerlich und kitschig gehalten.
Detailaufnahme Pressglassschalen aus Rosalinglas
Glasgegenstände Rosalinglas mit starken Kontrasten
Was aber hier für mich interessant ist, ist die Mischung der Gegenstände im Licht und Schatten und ihre Transparenz, die wie unterschiedlich starke Lupen mit dem Hintergrund spielt.
Wer wirklich reinschaut, kann es entdecken. Der vintage-theatralische Stoff, perverserweise auch in Lachs-Rosa, spielt mit und liefert seine glänzenden Fäden den Verzerrungen aus.
Ich merke, wenn ich in diese lupenreinen Details eintauche, verschwinden die Dinge und nur das Wesen, der Geist der Substanz bleibt.
Sammlung der Glasgegenstände aus Rosalinglas auf Rosa Hintergrund
Rosalinglas Gegenstände und Utensilien auf Rosa Hintergrund
Wozu dieser bombastische, weit hergeholte, schwer poetische Wunsch, darin einzutauchen?
Ich kann keine zufriedenstellende Antwort liefern, außer: Warum nicht?

Obwohl, intuitiv weiß ich, wie es mir damit geht. Es liefert mir das Licht, als Gegensatz der Finsternis; die komprimierte Farbe, die Intensität und, keine Angst vor dem Wort: Schönheit.
Mein innerer Diskurs dauert seit Jahrzehnten an. Immerhin bin ich aus der Zeit raus, als „Schön“ für mich ein Schimpfwort war.
Auch das Konzept von „Mehr als die Summe der einzelnen Teile“, irgendwie eine Metapher, die sich Zugang zu anderen Bereichen des Lebens verschafft.

In den anderen Bilderserien dieser Art tauchten bereits verschiedene Welten auf. Mein Favorit ist nach wie vor das blaue Glas (auch der Text!). Als ich die Bilder gemacht habe, wechselte ich bei dem blauen Glas den Hintergrund, bei dem heutigen Rosa ebenso. Diese veränderten, anders harmonischen Bilder kommen noch.
Geschliffenes Rosalinglas antiker ovaler Teller
Komposition der Utensilien aus Rosalinglas auf Rosa
Rosalinglas Gegenstände Farbgestaltung Studie im Licht und Schatten

ENGLISH SUMMARY: Rose hue glass (Rosalinglas) on rose background

A series of images that explore nuance.
As is often the case in various moodmaps, I am photographically exploring a group of objects that are related to each other and thus dictate a particular character to the photographs.
The principle of similarity, one feature decides and a wild jangling search takes place, through cupboards and drawers, even in unexpected places like the bathroom something from the blush hue glass can be found. Once everything is carted together and laid into an intuitive composition, I try to take the shots that emphasise the character of the whole more than the individual pieces. As if the individual elements of the composition were merging into a rose hue glass being.
This fascinating colour, with its whole spectrum of associations, shimmers like a good rosé wine in the evening light or like transparent Jell-O with a fruity taste. But the Jell-O can be full of substances we don’t necessarily want to eat, and the rose hue glass is also polarising, often thought to be bourgeois and kitschy.
But what’s interesting here for me is the mixture of objects in light and shadow and their transparency, which plays with the background like magnifying glasses of different strengths.
If you really look, you can discover it. The vintage theatrical fabric, perversely also in salmon pink, plays along and delivers its shiny threads to the distortions.
I notice that when I immerse myself in these flawless details, things disappear and only the essence, the spirit of the substance remains.
Why this bombastic, far-fetched, heavily poetic desire to immerse myself in it?
I cannot provide a satisfactory answer except: why not?
Although, intuitively, I know how I feel about it. It provides me with the light, as an antithesis of the darkness; the compressed colour, the intensity and, don’t be afraid of the word: beauty.
My inner discourse has been going on for decades. After all, I am out of the time when “beautiful” was a dirty word for me.
Also the concept of “more than the sum of its parts”, somehow a metaphor to access other areas of life.
Different worlds already appeared in the other series of pictures of this kind. My favourite is still the blue glass (also the text!). But when I took the pictures, I had also changed the background with the blue glass, and the same with the present pink. These differently harmonious pictures are still to come.

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